Tauchsafari 2010 (02.04.2010 - 13.04.2010 ) Drucken Senden

Tauchsafari 2010

 

Am 2. April pünktlich um halb vier Uhr morgens machten sich zwei Busse auf den Weg von Dresden nach Leipzig. An Bord elf urlaubsreife Taucher, mit nur einem Ziel: Die M/Y Dreams und das Rote Meer.

Am Flughafen in Marsa Alam angekommen, erschien nach kurzem Warten unser Bus, samt Fahrer und dem 2. Guide Sven, die sich gleich daran machten unser Gepäck auf dem Dach des Kleinbusses zu verstauen. Mit gemischten Gefühlen, ob auch alle Tauchtaschen am Schiff ankommen, fuhren wir los. Nach ca. 1 Stunde Fahrt und einer intensiven Suche nach einem Copyshop erreichten wir mit unserem kompletten Gepäck den Hafen. Jetzt hieß es nur noch mit den Zodiak übersetzen und das Abenteuer Tauchsafari konnte beginnen. Sechs Stunden später trafen auch die restlichen Urlauber für dieses Schiff ein. Sie kamen aus Hurghada und mussten insgesamt zwei Mal das Auto wechseln, da das erste kaputt ging und beim zweiten ziemlich schnell das Benzin alle war. Müde, aber glücklich endlich an Bord zu sein, suchte sich jeder seinen Schlafplatz. Die begehrtesten Plätze über Deck waren wie immer sehr schnell „ausgebucht“. So ging der 1. Tag zu Ende.

Der nächste Morgen begann dann mit Listen schreiben: Was hat wer für ein Brevet, Versicherung ja oder nein, Erklärung zum eigenen Gesundheitszustand, Haftungsausschlüsse, etc. Aber wer hätte es gedacht, kurz nach dem Frühstück erhielten wir die Ausfahrgenehmigung und es ging los Richtung Süden gen Sudan. Der erste Tauchgang war gleichzeitig auch der Check-Dive. Wir machten Stopp am Gota Marsa Alam und erhielten ein ausführliches Briefing und die Unterweisung den Aufstieg der Bojen zu üben. Kaum wieder aus dem Wasser kam der Aufruf, dass es Delphine in unmittelbarer Nähe des Schiffes gibt und die Möglichkeit zum Schnorcheln besteht. Drei von uns machten sich wieder in das Zodiak, mit Schnorchel und Kamera bewaffnet und fuhren den Tümmlern hinterher.

 Das Ergebnis war ein außergewöhnlicher Schnorcheltrip mit 34 ausgewachsenen Delphinen. Nach dem Mittag ging es dann zum Gota Sharm, einem Riff dass wohl auch schon seine besten Jahre hinter sich hatte. Dafür gab es Napoleon, Thunfische und eine Menge Feuer- und Flötenfische zu sehen. Der Rest des Tages verlief ruhig, da wir bis zum nächsten Morgen durchfahren wollten.

Der 3. Tag der Reise begann für einige Safariteilnehmer leider etwas anders als gedacht. Sie wurden Seekrank. Um den Schaukeln des Schiffes zu entgehen, entschieden sie sich mit am Habilli Ali South zu tauchen. Es war der südlichste Punkt der Reise, kurz vor der Grenze zum Sudan. Sie und natürlich alle anderen Taucher sollten dafür belohnt werden: ein Weißspitzenriffhai kreuzte unseren Weg und zeigte sich uns.

 

Wieder zurück an Bord war der Osterhase kurz aus Deutschland eingeflogen und hatte leckere Schokoladeneier für alle mitgebracht. Nach dem Frühstück und einer kleinen Erholungsphase setzte das Schiff um und wir fuhren an das Nordplateau. Hier gab es einen schönen Korallenbewuchs mit reichhaltigem Fischvorhaben, unter anderem auch Riesennetzmuränen. Tauchgang 3 und 4 an diesem Tag fanden am Dangerous Reef statt.

Tag 4 begann am El Chararin. Einen Canyon mit vielen Verzweigungen und kleinen Höhlen. Unterwegs mit unserem Guide Sven haben wir die kleinsten Lebewesen und verschiedensten Schnecken entdecken dürfen.

Ein Riff was weniger durch seinen Fischreichtum besticht, als durch seine „Bauweise“ und die vielen Möglichkeiten diese zu erkunden. Vor allem unser „Höhlenmensch“ und gleichzeitiger Reiseleiter kam hier und auch am nächsten Tag voll auf seine Kosten.  Höhepunkt vom Shaab Sataya, dem zweiten Tauchplatz an diesem Tag, waren drei große Napoleons direkt unter dem Schiff, die sich bereitwillig und mit viel Geduld und Ausdauer von uns fotografieren ließen. 

 Wieder an Bord hieß es, auf der anderen Seite des Plateaus befindet sich eine Delphinschule. Wer schnorcheln wollte, stieg wieder in die Zodiaks. Doch leider fühlten sich die Delphine diesmal bedroht und flüchteten vor uns. So fuhren wir ein wenig deprimiert wieder zurück zum Schiff. Am Shaab Claudio fand dann auch der Nacht- bzw. Spätnachmittagtauchgang (gegen 18 Uhr war bereits Briefing) statt.

Der 5. Tag startet dort wo der letzte aufgehört hatte. Am Canyon des Shaab Claudio. Enge Gänge und Fischreichtum belohnten das zeitige Aufstehen. Der zweite Tauchgang ging zu einem chinesischen Frachter der am Abu Galawa Kebir Nas auf Grund gelaufen war. Höhepunkt des Tages war der Nachttauchgang am El Dacha. Eine Vielzahl von Feuerfischen begleitete unseren Weg und ließen unseren Tauchgang bei einer spanischen Tänzerin enden. Zurück an Bord gab es das Abschiedsessen der Crew. Der Koch zauberte in seiner kleinen Küche ein Festmahl: eine ganze Pute, Salate, Soßen und Beilagen. Als Krönung gab es dann noch eine Sahnetorte mit Pfirsichen. 

Der 6. Und letzte Tauchtag fand wieder am Gota Sharm und am Gota Marsa Alam statt, bevor wir zurück zum Hafen gefahren sind. Die letzte längere Fahrt weckte bei einigen wieder Erinnerungen an den Ostersonntag zurück und man bereute schon beinahe die Einnahme des Frühstückes, für andere war der Wellengang nur reine Freude und es hätte noch mehr sein können. So verschieden können die Gefühle und Empfindungen der Menschen sein – zum Glück.  Der letzte Abend wurde dann ganz ruhig im Hafen verbracht. Überall bildeten sich kleine Grüppchen und die letzen Tage wurden intensiv ausgewertet. Bis auch die letzten dann im Bett waren, brach bereits der neue Tag an.

Nach einer Woche hieß es dann Abschied nehmen vom Schiff, der Crew und den Guides. Unsere Reisegruppe teilte sich und so sind sechs Taucher ins Hotel nach Marsa Shagra eingerückt. Sofort wurde die Tauchbasis unter die Lupe genommen und nach einigem hin und her, war der erste Tauchgang bereits vorm Mittagessen abgeleistet.

Marsa Shagra hat ein gut erhaltenes und intaktes Hausriff, bestehend aus Hartkorallen und einem großen Fischreichtum. Mit viel Glück hatten wir hier Begegnungen mit Schildkröten,

 Schwarzspitzenriffhaien, Barrakudas, Riffkraken und Riesenbarsche. Das Hausriff erstreckt sich zum einen nach Norden und zum Anderen nach Süden und bietet für jede Ausbildungsstufe das Passende. Jedes Buddyteam hat hier die Möglichkeit sich seinen Tauchgang individuell zu planen. Die Basis ist von 6 bis 20.30 Uhr geöffnet. Jeder Taucher hat eine abschließbare Box für sein Gerödel und es gibt genügend Platz um Anzüge und Jackets zu Trocknen. Zur Erkundung des Hausriffs hat man verschiedene Möglichkeiten. Man kann raus schwimmen und wieder zurück tauchen, man lässt sich mit dem Zodiak rausfahren und taucht zurück, oder man nutzt die Möglichkeit Zodiak-Zodiak. So wird es nie langweilig. Bei unseren insgesamt 8 Tauchgängen am Hausriff haben wir bestimmt noch lange nicht alles gesehen. Wird es einem aber doch mal zu langweilig, so kann man Ausflüge mit dem Truck oder Zodiak buchen. Unsere Gruppe hat einen Ausflug zum Elphinstone Reef unternommen, wo uns auf 40m Haisichtungen versprochen wurden. Außer einem zahmen Napoleon gab es da unten wenig zu sehen und der erste und einzige Hai erschien am Ende des Tauchgangs auf 15m.

Die Abende konnten wir gemütlich in der Cafeteria und im Beduinenzelt bei einem oder mehr Dekobierchen ausklingen lassen.

Am Dienstagvormittag hieß es dann auch für uns Langurlauber Klamotten und Gerödel zusammenpacken. Pünktlich um elf Uhr holte uns der Bus Richtung Flughafen ab. Das Einchecken verlief reibungslos und dann ging das große Warten los. Die Abflugzeit wurde immer weiter nach hinten verschoben und keiner wusste warum. Das Warten konnte nur mit einem überstanden werden: Bier! Nach sieben Stunden mussten sich die Besitzer des Duty-Free ernsthafte Gedanken machen, wie sie ihren Biervorrat wieder auffüllen können.  Mittlerweile erhielten wir die Nachricht, dass unsere Maschine kaputt ist und ein Ersatzflugzeug aus Deutschland unterwegs sei. Inzwischen hatten die Ägypter reagiert und ein Hotel organisiert, wo es für alle genügend Essen und Softdrinks gegen Abgabe von Gutscheinen, gab. Gegen Mitternacht erfolgte der Rücktransport zum Airport. Dort wurden uns unsere Reisepässe wiedergegeben, die wir beim Verlassen des Flughafengeländes abgeben mussten. Dies hatte den Charakter einer Auktion. Zwei Deutsche standen am Schalter und riefen Personen aus, dessen Pässe sie gerade in der Hand hatten. Endlich konnten wir das Ersatzflugzeug besteigen und hatten dazu noch freie Platzwahl, da unsere alten Bordkarten ihre Gültigkeit verloren hatten. Um 1:30 Uhr . Mit über elf Stunden Verspätung flogen wir nach „Dusseldorf“. Dort angekommen, gab es aber keinen Anschlussflug mehr nach Leipzig. Alle Passagiere nach Leipzig mussten nach Dresden fliegen und anschließend mit einem Ersatzbus bis nach Leipzig. Für uns Glück im Unglück. Nur Thommy erwischte es, denn sein Bus stand noch immer am Flughafen in Leipzig und wartete auf ihn.  :-(

 

Und das unser Gepäck nicht mit im Flieger war, darüber konnten wir dann nur noch lachen, denn damit hatten wir fast alle gerechnet.

Und somit ging wieder eine abenteuerbehaftete Tauchsafari vom Tauchtreff Dresden zu Ende.

 

Verfasser:  Anja Hartlich


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