Für Taucher die gern mal in die Luft gehen - Indonesia! (02.07.2012 ) Drucken Senden

Das Sch…wetter in Deutschland hat mich wieder.
Ich sage nur... grauenhaft! Dafür waren die Wochen nach Südost Asien wirklich Klasse. Völlig unproblematisch, obwohl umständlich, bin ich in Denpasar angekommen.

Am Dresdner Hauptbahnhof begann Chaos. Bei der Reisebank eine Geldkarte gekauft, mit der ich letztendlich kein Geld abheben konnte. Ich dachte ich muss durchdrehen. Mein Sohn hat mir das Geld ausgelegt, war aber ganz schön angefressen. Als ob ich der Blödmann wäre. Na ja, es renkte sich alles ein mit dem Sohn, nicht mit der Geldkarte.

Als erstes bestiegen sind wir gemeinsam den Mt. Rinjani. Für die Überfahrt nach Lombok hatte Maximilian auf der Fähre zwei Karten gebucht. Da ich von Deutschland aus die Rinjani Besteigung gebucht hatte, wurden wir am Fährhafen mit dem Taxi abgeholt und nach 2 Stunden Fahrt im Hotel abgesetzt.

Zur Besteigung ging es morgens 05:00 Uhr los. 3 Stunden Anfahrt mit dem Jeep, bis zum Nationalpark. Bei richtiger Hitze, (um die 30°C) ging es Berg an. 6 Stunden bis zum Basiscamp in 2600 m Höhe.

Es war am Ende nur noch wie ein übermäßiges Treppensteigen und Verschnaufpausen wurden aller 50 m eingelegt. In den Wolken war es nicht nur sprichwörtlich neblig, sondern eben auch richtig nass. Trotz heftigem Wind trockneten die Klamotten nicht.

 

 

Die Crew machte alles für uns, Ausrüstung schleppen, Essen kochen, Zelt auf und abbauen, aufräumen. Wir waren eben die scheinbar reichen Europäer.
Am 2. Tag wurde früh 03:00 Uhr zum Gipfelsturm aufgebrochen. Hilfskräfte blieben zurück, nur der Guide, Maximilian und ich gingen dem Gipfel entgegen. Die Funktionsunterwäsche der Tauchausrüstung hat sich am Berg vollstens bewährt, auch die Windjacke die ich mir schnell noch besorgt hatte. Nach einem 3 stündigen Aufstieg in mondfinsterer Nacht, es ging oftmals rechts und links steil bergab, erreichten wir zusammen mit einer Gruppe Studenten aus aller Welt, den Gipfel.

 


Mit dem Sonnenaufgang zeichnete sich ein riesiger Schatten des Gipfels auf den Wolken ab. Ich benutze jetzt einfach mal das Wort phantastisch. Anders weiß ich es nicht auszudrücken. Das war es mir wert, mit meinem Sohn da hoch zu steigen. Nach dem Gipfelabstieg und 2 Stunden Pause erfolgte ein weiterer, sehr schwieriger Abstieg auf 2000 m.

Hier sind wir an einem super Vulkankratersee angekommen. Die Kulisse, reif für Hollywood Western, hätten ausgereicht um am Ufer des Sees einen längeren Urlaub zu machen. Die besten Fotos dazu findest man unter anderem bei Google Earth. Der aktive "Minivulkan" in der Mitte des Sees, provozierte Gedanken herauf, die man lieber nicht zu Ende denken sollte. Hier am See blieben wir bis zum nächsten Tag. Dann kam vor dem gänzlichen Abstieg nochmal ein Aufstieg auf 2600 m. Schließlich mussten wir ja wieder aus dem riesigen Vulkankrater raus. Mit dem Abstieg durchquerten wir wieder die Wolken, den Regen und den tropischen Regenwald.
Traumhafte Urwaldriesen habe ich gesehen. Einige habe ich gestreichelt und ihnen ein langes Leben gewünscht.

Der Weg zur Fähre zurück war dann schon wieder von Zeitdruck geprägt. Nach einer Woche relaxen am Strand, und ab und zu mal einer Tai Massage, am Strand, kam die Zeit das ich mich von meinem Sohn verabschieden musste. Wenn ich von meiner Tauchsafari zurück nach Bali komme, wird Maximilian schon in Deutschland sein.

Das Schiff das ich gebucht hatte, war wirklich ein Tauchertraumschiff. Mit Australiern, Dänen, Franzosen, Engländern, Italienern und Leute aus den USA war ich zusammen. Ich hätte alle für blöd erklärt, die mir vor 22 Jahren prophezeit hätten, dass ich so eine Tour unternehmen würde. Das ich mit einem Telekommunikationsprofessor (67 Jahre) aus New York eine Kabine bewohnen würde, hätte ich nie geglaubt.
Alle Tauchgänge die wir in den kommenden 10 Tagen absolvierten, waren personell so auf einander abgestimmt, dass es mit keinem auch nur das geringste Problem gab. Alle tauchten NITROX 32. Selbst Sophie, aus London, mit ihren 20 Tauchgängen, fügte sich problemlos in die Gruppe ein. Aufgeteilt waren wir mit 3 Guides in drei Gruppen zu je 5 Personen.

Der mit dem Hai tanzt, könnte man schwärmen, oder der, der mit den Mantas schwimmt. Unbeschreibliche Augenblicke habe ich erlebt. Und die Fiktion des Amphibienmenschen geht mir nicht aus dem Sinn. Damit erklärt sich, warum sich die Eindrücke so tief in mein Hirn eingeprägt haben.
Wenn nicht die Sch... Kohle wäre..., es hätte ewig so weiter gehen können!!! Die Versorgung an Bord war der Preisklasse entsprechend. Trotzdem habe ich mich konsequent ohne Alkohol und fast nur vegetarisch ernährt. Nur einfach mal testen, wollte wissen ob es tatsächlich geht, tauchen ohne Dekobier. Beim Essen anstellen und drängeln, wie zu Ostzeiten nach Bananen, wollte ich nicht. Denn genau das machten auch die meisten Kollegen. Also eins steht fest, die Australier können es nicht. Die messen ihr Leben nach wie vor an der Zeit die man braucht um eine Bierbüchse zu leeren und die nächste zu öffnen.

Nach dem zurückkommen vom ersten Tauchgang waren in jeder Kabine die Kojen gemacht, die Kammer aufgeklart. (Erinnerungen an MS "Arthur Becker" wurden wach, wo wir alles selbst machen mussten.) Jeder hatte auf dem Tauchdeck seinen fest nummerierten Platz. Bei effektiv 4 TG am Tag, auch durchaus sinnvoll. Das Personal hat sich darum gerissen dir zu helfen. Für kleinste Handreichungen standen die Leute parat. Als alter Marinetaucher der in seiner Jugend lernen musste, tauchermäßig vieles selbstständig zu bewerkstelligen, war es fast lächerlich, sich, und das bei jedem Tauchgang, von zwei Helfern ins Schlauchboot chauffieren zu lassen. Beim Einstieg genauso wie beim Ausstieg. Manchmal hat der Bootsführer noch versucht den Tauchern die Flossen an zu ziehen.
Um wenigstens mein Entgegenkommen zu zeigen, habe ich beim Einsteigen ins Schlauchboot das Gerät nicht abgelegt, um es nicht mit Muskelkraft vom Hilfspersonal ins Boot zerren zu lassen.

Die Tage vergingen wie im Flug. Jeder TG war schöner als der andere. Am Vulkano Sangegang blubberten die heißen Gase aus dem Untergrund und eine Handbreit unter dem Boden war der schwarze Sand schon richtig heiß. Drifttauchgänge haben wir gemacht, dass es der blanke Wahnsinn war. Die Strömung hat dich mit Carracho über die Korallen hinweg gefegt. Es war nur wichtig auf die Höhe zu achten, dass man nirgend wo aneckte. Die Fotografen hingen quer an ihren Leinen und Riffhaken.
Zwischen den Tauchgängen war das Sonnendeck unser Domizil. Klärchen überschüttete uns reichlich mit Pigmenten und so sind die meisten der Reisegruppe negerbraun in ihre Heimat zurück geflogen.

Und dann kam der letzte Tag. Die Verabschiedung war schmerzlich, aber schnell. Nach zwei Tagen, die ich mir aus Sicherheit vor dem Flug gönnte, ging es wieder Richtung Europa. Zu Hause angekommen galt mein erster Besuch unserer Kiesgrube in Leuben. Beim Tauchgang am gleichen Tag, dachte ich die "Kälte" fetzt mir das Gesicht weg. Dabei war es einfach nur ganz normale Temperatur von schlappen 19° C. Mich beeindruckte, trotz der Südsee Bilder die ich noch im Kopf hatte, der Fischreichtum unseres Gewässers, die Jagd der Hechte, die Klarheit und der schöne Bewuchs.

Für alle die ein bissel Berg und Seeluft schnuppern wollen!

Euer Max

Freital, im Juli 2012



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